Sunday, December 11, 2011

Herausforderung und Erlösung/ Desafío y alivio

Kurztrip nach Bolivien in Aussicht
 Eigentlich sollten meine Eltern im November nach Kolumbien kommen, doch sie änderten ihre Pläne. Um sie trotzdem zu sehen, entschied ich mich, nach La Paz zu reisen, wo mein Vater an einem Workshop der DEZA (Entwicklungsdirektion des Schweizer Staates) teilnahm. Ich war schon 1998 in Bolivien, begleitete meinen Vater, der damals fürs SAH (Schweizerisches Arbeiterhilfswerk) arbeitete, bei Projektbesuchen. Bolivien blieb mir über all diese Jahre im Herz, insbesondere der dunkelblaue Himmel, wie ich ihn sonst nirgends auf der Welt gesehen habe.

Stress mit der Chefin
Vorfreuen konnte ich mich aber nicht, schon eine Woche vor Abreise war ich nervös, denn am Morgen vor meiner Abreise hatte ich ein entscheidendes Gespräch mit dem Interteam-Koordinator und meiner Chefin. Endlich (2 oder 3 Monate zu spät) fand das Monitoring-Gespräch statt, das eigentlich dazu dienen sollte, zu schauen, wie’s in der Arbeit läuft, was gut und was weniger gut war.  Ich versuchte in den letzten Monaten, geduldig zu sein, aber in den letzten Wochen war mir immer unwohler. Der Interteam-Koordinator nahm mich nicht genug ernst oder war wirklich so beschäftigt, wie er tat. Schlussendlich half er mir dann trotzdem und fand mir eine Stelle in Cartagena, an der Karibikküste. Bogotá ist nicht meine Stadt, aber vor allem fühlte ich mich zunehmend unwohl mit meiner Chefin, eine rechthaberische und dominante Frau, die keine anderen Meinungen akzeptieren kann und keinerlei Interesse zeigt an neuen Inputs und neuen Ideen – wenigstens nicht, wenn sie von mir kommen. Und dies wäre eigentlich die Idee von Interteam. Unser Einsatz sollte dazu dienen, Erfahrungen auszutauschen, Inputs zu geben und eingefahrene Arbeitsmuster zu überdenken. Aber dafür braucht es Offenheit, Neugier und Respekt. Ich kam mir deshalb in den letzten Monaten eher wie eine dumme Praktikantin vor, mein Selbstwertgefühl hat mächtig gelitten.
Am Gespräch war der Interteam-Koordinator keine grosse Hilfe. Weil ich Konfrontationen hasse und ich weiss, wie schnell Janneth eingeschnappt ist, habe ich mich sorgfältig auf das Gespräch vorbereitet. Ich habe meine Kritik sehr fein verpackt. Angekommen ist sie sowieso nicht. Sie hat mich nun aber um einen Bericht über meinen bisherigen Einsatz gebeten, wo ich meine Kritikpunkte wieder einfliessen lassen werde. Was ich in den letzten Monaten geleistet habe, erscheint mir momentan völlig lächerlich und überflüssig. Der Schweizer Staat blättert auch viel Geld für unsere Einsätze hin – dies lohnt sich nur, wenn unser Potential wirklich ausgefüllt wird. Leider ist das bei vielen Interteam-Fachleuten aber nicht der Fall. Die Leute in der Entwicklungszusammenarbeit hier leiden irgendwie an einem Kolonialismus- und übersättigungs-Syndrom. Sie empfinden Europäer als Kolonialisten, die das Gefühl haben, ihnen überlegen zu sein. Dies wird für einige Leute wirklich zutreffen, gleichzeitig verschliesst es aber allen anderen viele Türen. Interesse an interkulturellem Austausch wurde in diesem Kreis keiner gezeigt. Aber mit den Leuten „der Basis“, also einfache Menschen, die noch nicht so abgelöscht sind und meinen, „alles schon gesehen zu haben“, ist es wirklich immer bereichernd und spannend, zusammenzuarbeiten. Für mich selbst habe ich aber wohl mehr gelernt, als dies mir momentan bewusst ist.
Leider bin ich pflichtbewusst und habe mich bereit erklärt, die ONIC-Workshops bis im Dezember weiterzubegleiten. Ich weiss nicht, wie gut diese Entscheidung war. Ich halte es wirklich nicht mehr aus mit Janneth, die mir immer wieder feine Nadelstiche versetzt. Zum Glück sehe ich sie fast nie. Und das Organisationstalent meiner ONIC-Kolleginnen hat sich auch nicht verbessert. Ich erfahre jeweils ein paar Stunden vorher, wann ich genau wohin abfliege. Ich versuche, das Ganze mit Ruhe zu nehmen. Und hoffe, dass ich mich in Cartagena besser eingeben kann.

Das tönt nun alles nicht so gut. Macht euch keine Sorgen, ausserhalb der Arbeit geht es mir sehr gut und die Workshops selbst machen mir grossen Spass und sind immer sehr bereichernd. Aber die Arbeit bei Interteam ist manchmal einfach frustrierend. Das wird sich sicher bald legen, ich bin ja eine Frohnatur!

Im öffentlichen Rundbrief, den ich vor ein paar Tagen verschickt habe, schreibe ich nicht über die persönlichen Probleme am Arbeitsplatz, aber ich erzähle über andere berufliche Dinge, die mich bewegt haben. Hier der Link.

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El por qué no me pude alegrar antes de emprender mi viaje a Bolivia...

Mis padres pensaban venir a visitarme a Colombia en el mes de noviembre, pero al final cambiaron de planes. Como tenía muchas ganas de verlos, decidí viajar a La Paz, donde mi papá iba a asistir a un taller de la COSUDE (el programa de ayuda al desarrollo del Estado Suizo).  Ya en el año 1998 visité Bolivia, acompañando a mi papá que en este entonces trabajaba para el OSEO y visitaba proyectos. En todos estos años guardé Bolivia en mi corazón, especialmente el cielo azul, un azul que en ningún otro lugar del mundo haya vuelto a ver. 

Problemas con mi jefa...

Lastimosamente no me pude alegrar por viajar pronto, ya que antes de mi partida tenía una reunión decisiva con el coordinador de Interteam y mi jefa. Era el monitoreo que normalmente ya hubieran tenido que hacer en junio o julio y que sirve para ver como va el trabajo, qué cosas hay que mejorar etc. En los últimos meses traté de tener paciencia, pero con el tiempo me sentía más y más incómoda. El coordinador de Interteam no me tomó muy en serio o de verdad estuvo muy ocupado, la verdad es que hacía tiempo que le había avisado que no quería seguir trabajando con Codacop. Por fin me organizó un puesto en Cartagena, en la costa caribe. La verdad es que nunca me he sentido muy bien en Bogotá, pero el mayor problema fue mi jefa, una mujer dominante y sabelotodo. En todo este tiempo no demostró interés verdadero en nuevas ideas, por lo menos no cuando eran mías. La idea del apoyo a través de cooperantes, como lo plantea Interteam, sería justamente brindar nuevas ideas, intercambiar experiencias y métodos de trabajar para avanzar y mejorar la manera de trabajar. Pero para lograr esto se necesita mente abierta, curiosidad y respeto. La verdad es que en los últimos meses me he sentido como una estúpida, sólo hacía trabajos puntuales. No ha sido nada bueno para mi autoestima.

El coordinador no fue una gran ayuda, pero por suerte había preparado “juiciosamente” (como dirían los colombianos) lo que iba a decir en la reunión. Odio las confrontaciones y Janneth se molesta rápido y se toma las cosas de manera personal.  Aunque en este caso lo hubiera tenido que tomar personal, porque en realidad me he sentido mal por culpa de ella.

Algunas de las personas que trabajan en el sinnumero de ONGs que hay en Bogotá sufren de un síndrome de post-colonialismo o simplemente están hartos de los extranjeros, y es cierto que algunos de ellos creen que todo lo saben mejor y quieren imponer su manera de trabajar. Al mismo tiempo, impide que otras personas vengan a ofrecer nuevos conocimientos. En estos espacios nunca demostraron interés alguno en mí como persona o en conocimientos u otros puntos de vista que les podría ofrecer. Las personas de la base, en cambio, que todavía no están tan frías y „acabadas“  que no creen haberlo visto todo, son muy abiertas y siempre es interesante trabajar con ellos.
Sin embargo, creo que he aprendido mucho más de lo que en este momento me dé cuenta. 


Lastimosamente soy una persona comprometida y ofrecí acompañar los talleres de la ONIC hasta diciembre. No sé si de verdad fue una buena idea. Y el talento para organizar sus actividades no ha mejorado entre mis compañeras de la ONIC. Sólo pocas horas antes de salir de viaje que me entero del horario y del destino exacto. Trato de tomarlo con calma y espero que todo me vaya ir mejor por Cartagena. 

No se preocupen, a parte del trabajo estoy muy bien. Y los talleres con la ONIC me siguen gustando, ya que el trabajo con las mujeres es muy enriquecedor. Y la frustración nunca me aplasta por mucho tiempo, ya saben que soy una persona positiva! 

En la carta informativa que escribí para Interteam (en alemán) no informé acerca de mis problemas personales en el trabajo, sino que me enfoqué más en problemáticas del país y de las mujeres indígenas que conocí: pulsar aqui para descargar el archivo (en alemán)

bald bin ich in Cartagena! ich freue mich mega!/pronto estaré en Cartagena, me alegro un montón!



Tuesday, October 18, 2011

Bereit für den bogotanischen Winter!/Lista para el invierno bogotano!

 
 

Also. Der Winter kann von mir aus kommen. Winter in Bogotá, das heisst: Regen, Regen, Regen, überschwemmte Strassen, verstopfte Strassen, keine Taxis, überfüllte Busse. Beklagen können wir uns nicht, denn die letzten 1, 2 Monate waren sehr sonnig und angenehm. Ausserdem hoffe ich, dass ich nicht mehr so lange in Bogotá sein werde... ich hoffe, ich kann euch schon bald mehr Informationen dazu geben. Auf jeden Fall habe ich jetzt Gummistiefel, nachdem meine Füsse schon x-mal nass wurden und meine schöne Schuhe gelitten hatten...und einen schönen Pünktli-Regenschirm hab ich auch schon; ich, die sonst immer den Regenschirm vergisst, hier in Bogotá ist das unverzeihbar, oder besser gesagt, man bereut es schnell, wenn man keinen dabei hat.

Nun freue ich mich vor allem auf meine Ferien mit meinen Eltern in Bolivien. Das Ticket habe ich letzte Woche gekauft, als mir meine Eltern mitteilten, dass sie nicht wie geplant im November nach Kolumbien kommen, aber mein Vater habe einen Kongress in La Paz und ich solle doch auch kommen.
Bolivien ist eines meiner Lieblings-Länder
Ansonsten bin ich mich bei der Arbeit wieder am langweilen. Dafür habe ich Zeit für meinen Blog ;-) Schlussendlich fuhr ich nicht nach Medellín, was mich nach all dem hin und her, das bei der ONIC immer herrscht, nicht mehr gross erstaunte, aber es nervte mich extrem, dass ich es gar nicht erfahren hätte, wenn ich nicht selbst angerufen hätte.
Letzte Woche fand dann der ONIC-Workshop in Bogotá statt, wo die vertriebenen Indigenen in sehr schlimmen Umständen leben müssen. Ein Guambiano-Indigener in voller traditioneller Tracht erzählte in gebrochenem Spanisch, dass sie am Flussrand des Río Bogotá wohnen (was schon sehr schlimm ist, denn dieser steigt in den Regenzeiten übers Ufer und ist einer der giftigsten Flüsse der Welt), sie arbeiten was sie können, auf dem Bau, Gelegenheitsjobs. Das Problem sei, dass sie in letzter Zeit überfallen wurden, ihr weniges Hab und Gut gestohlen wurde, mehrere Frauen wurden vergewaltigt, ein Jugendlicher beinahe getötet. Das Leid, die Angst, die Diskriminierung geht also weiter, nur ist es noch schlimmer, denn ein Indigener, der weit weg ist von seinem Land, verliert auch einen grossen Teil seiner Identität. Ich hoffe, dass die ONIC und das anwesende Innenministerium nun etwas unternimmt.
Mein Leben in Bogotá ist ausserhalb der Arbeit sehr gut. Ich bin frisch verliebt und habe gute Leute um mich.

Vorletztes Wochenende war die grosse Tanz-Show von Mariana. Sie gibt Tanzunterricht in einer Schule in Siberia (ja! Siberien! In der Nacht wird es hier tatsächlich siberisch kalt - naja, zugegebenermassen ist das wahrscheinlich übertrieben. Hier in Kolumbien begegnet man ausserdem tagtäglich europäischen Städtenamen, in Bogotá gibt es z.B. ein Viertel, das Venecia, also Venedig heisst. Ist aber nicht so empfehlenswert, da gefährlich und turistisch nicht so attraktiv. ;-) In Ibagué, der Heimatstadt meines Mitbewohners, hat es ein Quartier, das Interlaken heisst), diesjähriges Motto war die Seidenstrasse. Die Kinder hatten grossen Spass, es war lustig, ihnen zuzuschauen. Wir waren zum Glück kleidermässig gut vorbereitet, denn ausserhalb Bogotás wird es in der Nacht noch kälter, und die Vorstellung fand unter freiem Himmel statt. Die armen Kinder - die meisten Kostüme waren sehr dünn. Wahrscheinlich haben sie aber vor lauter Aufregung gar nichts gespürt.

Lista para el invierno y para mi próximo viaje: Bolivia!!


Ya estoy lista para el invierno. Invierno en Bogotá quiere decir: lluvia, lluvia, lluvia, calles inundadas, trancones, no hay taxis libres, y los buses están repletos. Pero no me puedo quejar, los últimos dos meses fueron soleados y agradables. Además, espero que mi tiempo en Bogotá se esté acabando...  los informo en cuanto sepa más…
De todas formas compré botas de caucho, ya que me mojé varias veces los pies y que ya arruiné un par de botas que traje de Suiza (eran muy bonitas pero baratas y no sobrevivieron mucho tiempo...) y además tengo un paraguas de lunares muy bonito, normalmente se me olvidaba siempre pero en Bogotá uno simplemente no PUEDE, no DEBE salir de la casa sin paraguas, o se arrepentirá muy rápido.  

BOLIVIA! Me alegro tanto!! Voy a pasar 2 semanas con mis padres, ya que al final no van a venir a Colombia y mi papá tiene una conferencia en La Paz. Bolivia es uno de mis países favoritos. 

Bueno. Y aparte de esto estoy otra vez aburrida en el trabajo, así que tengo tiempo para escribir en mi blog... Al final no viajé a Medellín, lo que en realidad no me sorprendió, ya que en la ONIC todo se organiza de un día a otro. Lo que me molestó fue que si no hubiera llamado ni siquiera me hubiera dado cuenta.

La semana pasada participé en el taller de la ONIC en Bogotá, donde los indígenas desplazados viven en circunstancias inhumanas. Un indígena Guambiano, con su vestimienta tradicional y explicándose en un español básico, relató que la comunidad guambiana vive en la orilla del río Bogotá (lo que en sí ya es grave, ya que en épocas de lluvia suele crecer mucho y es uno de los ríos más contaminados del mundo), están trabajando en lo que puedan, en construcción  o en lo que surga. En el barrio los atracaron y les robaron lo poquito que poseen (“nos robaron todas nuestras cositas”), violaron a varias mujeres, casi matan a un jóven. Es horrible como estas personas tienen que soportar tanto sufrimiento, estando tan lejos de sus tierras, que para los indígenas son fundamentales para su identidad. Espero que la ONIC y el Ministerio del Interior, que estuvo presente, hagan algo al respecto.

En mi vida privada me va muy bien. Estoy enamorada y rodeada por personas muy lindas.

El fin de semana antepasado fue la gran presentación de danzas folclóricas de Mariana. Da clases de danza en un colegio en Siberia (sí! Se llama así!! Queda en las afueras de Bogotá y en la noche hace un frío sibérico, bueno, es un poco exagerado. Hay muchos nombres chistosos por aquí, por ejemplo hay un barrio Venecia, pero no es muy recomendable y turísticamente no debe de ser muy interesante tampoco. En Ibagué, la ciudad de mi compañero de apartamento, hay un barrio que se llama Interlaken, que es una pequeña ciudad en Suiza.), el lema de este año fue la ruta de seda. Fueron presentaciones muy lindas y por suerte que nos habíamos puesto un montón de ropa, ya que la presentación se hizo al aire libre. Pobrecitos los niños, la mayoría de los trajes eran muy livianos, pero me imagino que de tanta emoción no sentían nada...